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Materialuntersuchungen | REM / EDX
 
 

In der Kriminaltechnik stellt die Kenntnis über die Zusammensetzung eines Materials in erster Linie die Grundlage für die Zuordnung oder Ausscheidung eines Materials dar. Wird z.B. eine Materialprobe am Tat- oder Schadensort gefunden, bietet nur die Analyse die Basis zu der Frage, um welches Material es sich handelt. Wird ein mögliches Vergleichsmaterial dazu oder nachgeliefert erfolgt der Material-vergleich. Dieser erlaubt, je nach dem Grad der Individualität, eine Zuordnung. Materialmischungen oder Kombinationen verschiedener Materialien können die Zuordnungswahrscheinlichkeit bis zur Einmaligkeit erhöhen.

Das EDX, (Energie-Dispersive-Analyse der Röntgenstrahlung, „X-rays“) ist ein Zusatzgerät am Raster-Elektronen-Mikroskop (REM), das in sehr kurzer Zeit Erkenntnisse über das vorliegende Material gibt. Die von dem Elektronenstrahl erzeugten Elektronen treffen auf die Probe. Mit dem am REM angeflaschten Detektor (EDX) wird die abgegebene Energie detektiert in einem Programm verarbeitet und als Diagramm dargestellt.
Die Auswertung ergibt die Materialanalyse.

Zeitaufwendiger, jedoch auch mit einer höheren Genauigkeit, stellt sich die Analyse mit dem WDX (Wellenlängen-Dispersiven-Analyse von Röntgenstrahlung, „X-rays“) dar. Sie wird in Bedarfsfällen eingesetzt, steht im hiesigen Prüflabor jedoch nicht zur Verfügung.

Für anorganische Stoffe wird in der Regel das IR- oder UV-Spektrometer eingesetzt. Flüssige oder gasförmige Proben werden im Gasgromatograf detektiert. Diese Geräte stehen in den Chemielaboren zur Verfügung.

Bei der technischen Schadensforschung werden z.B. nach Materialbrüchen EDX-Untersuchungen für die Feststellung von Materialfehlern als Schadensursache durchgeführt. Der Hauptteil der Untersuchungen stellen jedoch die Fremdmaterialanhaftungen an Schadensorten/ –stellen dar, die die Grundlage für weitere Ermittlungen ergeben und beim Auffinden von Vergleichsmaterialien für Zuordnungs- oder Ausscheidungszwecke dienen.  




Eine Bruchstelle   Farbloser Stempeldruck auf Papier   Materialabtrag auf der Kuppe eines Kernstifts   Materialanhaftungen  
               
Eine Bruchstelle   Farbloser Stempeldruck auf Papier   Materialabtrag auf der Kuppe eines Kernstifts   Material-anhaftungen  
               
Materialfehler   Materialverschiebung          
               
Material-
fehler
  Material-
verschiebung
         
               

 

Siehe auch Fachartikel Nr.: 04, Nr.: 14


04. Kriminaltechnische Untersuchungen mit dem Raster-Elektronen-Mikroskop
14. Beweisführung durch Ausschluss

 

 




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